Taubenturm

Taubenturm in der Stadt Schorndorf

Ein Bericht von Margret Walter

Ende September 2000 wurde in den Schloßwallgütern von Schorndorf der bisher erste von innen begehbare Taubenturm Deutschlands erteilt. Derzeit bestand hiervon nur ein Prototyp. Dieses Projekt soll ein Modell dafür sein, wie man sich auf Seiten des Tierschutzes eine humane praktikable Lösung des Stadttaubenproblems in den Städten vorsteilt.

Taubenturm in Schorndorf

Taubenturm in Schorndorf

Im Taubenturm werden den Stadttauben Futter und Unterkunft geboten. Auf diese Art sollen die Tiere von den Innenstadthäusern weggelockt werden. In den artgemäßen und kontrollierten Bruthöhlen im Turm werden die Taubeneier entnommen und durch Gips-Attrappen ersetzt Somit wird eine Vermehrung der dort betreuten Tiere verhindert.

Insgesamt bietet der Turm Platz für 67 Brutpaare. Der Tierschutzverein Schorndorf e.V. betreut den Taubenturm, ohne die der Erfolg eines solchen Projekts nicht gewährleistet werden kann.

Taubenturm Datailansicht

Taubenturm Datailansicht

Anmerkung 2013 zum Thema Kosten:

Die jährlichen Futterkosten/Wasser betragen 3000 Euro, dazu kommen noch die Kosten der Reinigung, Müllentsorgung. Der wichtigste Anteil ist die Betreuung durch den ehrenamtlichen Unterhalt seitens des Vereins.

 

Frieden mit den Friedenstauben

Tauben gelten im Christentum als Symbol des Heiligen Geistes. Doch von der einstigen Verehrung der Taube ist in unseren Städten nichts übrig geblieben. Spricht man von Tauben, so ist nur von Problemen die Rede. Mit Fütterungsverboten und Tötungsaktionen gehen Behörden und Privatleute gegen die „Taubenplage“ vor.
Stadttauben sind keine eigene Spezies. Die Taubenschwärme in unseren Städten bestehen aus entflogenen Haus- und Rassetauben, nicht heim-gekehrten Brieftauben und deren Nachkommen. Stadttauben sind also keine Wild-, sondern verwilderte Haustiere, die menschliche Nähe suchen und auf die Hilfe des Menschen angewiesen sind. Die bei uns heimischen Wildtauben, z.B. Ringel- oder Türkentauben, haben mit den Stadttauben nichts zu tun und treten im Stadtbild kaum in Erscheinung.

Der Ärger über verkotete Gebäude ist verständlich. Tauben sind aber keine Schädlinge nach dem Bundesseuchengesetz, denn von ihnen gehen laut Bundesinstitut für gesundheitlichen Verbraucherschutz, Berlin 1998, nicht mehr gesundheitliche Gefahren aus, als von anderen Vögeln oder Haustieren. Jedoch wird die Notwendigkeit der Bestandskontrolle der Stadttauben nicht in Frage gestellt. Wichtig sind aber Ursachen und Zusammenhänge für eine tiergerechte Lösung. Tötungsaktionen und Fütterungsverbote sind keine Lösung. Auch die Maßnahmen, durch Abwehranlagen die Tiere von den Häusern fernzuhalten, führen nur zu einer Verlagerung des Problems, denn sie weichen dann nur auf benachbarte Gebäude aus, was dort zu einer höheren Belastung führt.

Tierschutzorganisationen haben es sich zur Aufgabe gemacht, im Umgang mit Stadttauben einen tierschutzgerechten und ökologisch sinnvollen Weg zur Bestandskontrolle zu finden. Dieses Konzept sieht vor, dass man den Tieren kontrollierte Nist- und Futterplätze anbietet. Das geschieht in den Taubenschlägen, Taubenhäusern oder Taubentürmen. In diesen kontrollierte Nistplätzen wird gezielt Geburtenkontrolle betrieben, indem befruchtete Eier in den Gelegen gegen Gipseier ausgetauscht werden. Somit bleibt bei den „betreuten“ Tauben der Nachwuchs aus und eine weitere Vermehrung wird verhindert. Anstelle von Fütterungsverboten wird eine kontrollierte Fütterung durchgeführt, in die auch die ansonsten kriminalisierten Fütterer aus der Bevölkerung mit eingebunden werden.

In Schorndorf wurde dieses Konzept umgesetzt. Beim Burgschloss wurde vom Tierschutzverein Schorndorf der erste begehbare Taubenturm Deutschlands bereits eingeweiht.In Schorndorf wird auf diese Art Frieden mit den Friedenstauben geschlossen.

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Hegnauhofweg 105
73614 Schorndorf

(07181) 68573
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